
Die Sehnenrissverletzung beim Klettern: Verstehen, vorbeugen und behandeln – mit Tapeverband
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Die Sehnenscheide ist die Verletzung, die jeder Kletterer beim Klettern fürchtet. Ein Knacken, ein stechender Schmerz im Finger – und schon ist die Kletter-Session vorbei. Doch wenn man versteht, wie diese Struktur funktioniert, und die richtigen Reflexe entwickelt, kann das den entscheidenden Unterschied ausmachen, um eine langwierige Verletzung zu vermeiden und eine entspannte Rückkehr zum Sport vorzubereiten.
In diesem Artikel erklären wir dir, was eine Seilrolle ist, warum Kletterer ihr so häufig ausgesetzt sind und wie das Tapen dir helfen kann, weiterzuklettern oder dich besser zu erholen. Julien Rémillieux, ein auf Klettern spezialisierter Physiotherapeut und selbst Kletterer, stellt zwei Techniken zum Tapen beim Klettern vor, die du unbedingt kennen solltest.
Was genau ist die Fingerrolle?
Was es anatomisch gesehen ist
Deine Finger bestehen aus Beugesehnen – Strukturen, die es ermöglichen, die Hand zu schließen und Gegenstände zu greifen. Damit diese Sehnen fest an den Knochen anliegen, werden sie von kleinen Bändchen gehalten, die entlang der Finger faserige Hüllen bilden, die als Sehnenrollen bezeichnet werden.
Kletterer: besonders gefährdet
Obwohl sie im Alltag selten vorkommt, ist eine Seilrollenverletzung beim Klettern häufig, da die Seilrollen dort erheblichen Belastungen ausgesetzt sind.
Jedes Mal, wenn du dich an einer Sprosse hängst oder in der Hakenposition hältst, wird die Seilrolle einer Belastung ausgesetzt, die dein Körpergewicht um ein Vielfaches übersteigen kann. Die Seilrollen A2 und A4, die sich an der Basis und in der Mitte des Fingers befinden, werden am stärksten beansprucht und sind daher am häufigsten von Verletzungen betroffen.

Hinzu kommen Muskelermüdung am Ende der Trainingseinheit, die Neigung, trotz Warnsignale weiterzumachen, und ein manchmal zu schnelles Vorankommen an schwierigen Griffen. All diese Faktoren erhöhen das Verletzungsrisiko beim Klettern.
Anzeichen, die alarmieren und zum Arztbesuch veranlassen sollten
Eine Sehnenrissverletzung kann verschiedene Formen annehmen, von leichten Beschwerden bis hin zu einem vollständigen Riss. Hier sind die Anzeichen, die Sie nicht ignorieren sollten:
- Ein plötzlicher, stechender Schmerz in einem Finger während oder nach dem Klettern, manchmal begleitet von einem hörbaren Knacken.
- Schmerzen beim Abtasten an der Innenseite des Fingers, häufig an der Fingerwurzel oder in der Mitte.
- Eine Schwellung, lokale Überwärmung oder ein Bluterguss, der in den folgenden Stunden auftritt.
- Ein Schmerz, der auch in Ruhe anhält oder immer wieder auftritt, sobald du wieder mit dem Klettern anfängst.
Wenn du eines oder mehrere dieser Anzeichen bei dir feststellst, solltest du als Erstes das Training unterbrechen und einen Arzt aufsuchen. Idealerweise einen Physiotherapeuten oder einen auf Sportmedizin spezialisierten Arzt. Eine nicht richtigbehandelte Pulley-Verletzungkann sich verschlimmern und chronisch werden.
So vermeiden Sie eine Seilzugverletzung beim Klettern
Das Aufwärmen der Finger vor dem Training
Dies ist die erste Verteidigungslinie gegen Sehnenrollenverletzungen und wird zugleich am häufigsten vernachlässigt. Man neigt dazu, die Schultern, Arme und den Rücken aufzuwärmen, und vergisst dabei, dass auch die Finger eine schrittweise Erwärmung benötigen.
Ein gutes Fingeraufwärmen beginnt mit sanften Übungen ohne Belastung: langsame Beugungen und Streckungen, Drehungen der Gelenke, Selbstmassage der Sehnen. Anschließend steigert man schrittweise die Intensität, zunächst an breiten, bequemen Griffen, bevor man zu Leisten oder technisch anspruchsvolleren Griffen übergeht. Den Gurt kann man bereits während des Aufwärmens anlegen, wenn man gerade wieder mit dem Training anfängt oder noch eine gewisse Empfindlichkeit verspürt.
Möchtest du mehr über das Aufwärmen erfahren? In unserem Artikel stellen wir dir einige zusätzliche Übungen vor: Aufwärmen beim Klettern: So bereitest du deinen Körper richtig auf das Klettern vor
Der Fortschritt: Nicht zu schnell vorangehen
Die meisten Verletzungen beim Pulley-Training treten in zwei Situationen auf: bei der Rückkehr nach einer Pause (Urlaub, Verletzung, arbeitsreiche Zeit) und beim zu schnellen Aufstieg in höhere Schwierigkeitsstufen.

In beiden Fällen gilt das gleiche Prinzip: Sehnen und Sehnenrollen brauchen länger, sich an die Belastung anzupassen, als die Muskeln. Du hast vielleicht das Gefühl, in Form zu sein und die Griffe mühelos zu halten, aber deine Sehnenrollen sind noch nicht so weit.
Deshalb ist es wichtig, schrittweise voranzukommen, zu lange Trainingseinheiten zu vermeiden und nicht mehrere Tage hintereinander intensiv zu klettern, ohne deinen Fingern Zeit zur Erholung zu geben.
Erholung als Präventionsmaßnahme
Erholung ist keine Zeitverschwendung, sondern ein wesentlicher Bestandteil des Trainings. Gerade in den Erholungsphasen werden die Sehnen gestärkt und passen sich den Belastungen beim Klettern an.
Konkret bedeutet das: Halte zwischen intensiven Trainingseinheiten Ruhetage ein, achte auf die Signale deines Körpers (Schmerzen, die bei jeder Trainingseinheit wieder auftreten, sind nicht normal) und zögere nicht, die Intensität oder das Trainingsvolumen zu reduzieren, wenn du spürst, dass deine Finger müde sind. Ein kleiner Schmerz, den du heute ignorierst, kann in zwei Wochen zu einer schweren Verletzung führen.
Der Fingerriemen: Wozu dient er eigentlich?
Die Rolle des Physiotherapie-Gurtes beim Klettern verstehen
Das Finger-Taping ist ein elastisches oder nicht elastisches Klebeband , das um den Finger gewickelt wird, um die Sehnenrolle zu stützen und die Belastung der Sehne während der Belastung zu verringern. Es wird von spezialisierten Physiotherapeuten eingesetzt und von vielen Kletterern – vom Amateur bis zum Profi – genutzt.

Seine Funktion ist rein mechanischer Natur: Indem er den Finger umschließt, sorgt er für eine zusätzliche Stütze von außen, wodurch die Belastung der Sehnenrolle beim Beugen verringert wird. Das beseitigt zwar weder die Schmerzen noch heilt es die verletzte Struktur, kann aber dabei helfen, die Rehabilitationsphase nach einer Verletzung zu unterstützen oder unter besser kontrollierten Bedingungen weiterzuklettern.
Wann sollte man es verwenden und in welchem Zusammenhang?
Das Band eignet sich für verschiedene Situationen: zur Vorbeugung, wenn du bereits eine Sehnenverletzung hattest und wieder mit dem Klettern beginnst, während einer schrittweisen Wiedereingewöhnungsphase nach einer Verletzung oder wenn du an einem Finger noch eine gewisse Empfindlichkeit spürst, ohne dass der Schmerz dich dabei einschränkt.
Es ersetzt jedoch nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal. Wenn du starke Schmerzen, eine erhebliche Schwellung oder Schmerzen in Ruhe hast, solltest du einen Arzt konsultieren, bevor du dir ein Tape anlegst und wieder klettern gehst.
Was das Armband nicht ersetzen kann
Die Bandage ist ein Hilfsmittel zur Unterstützung, kein Heilmittel. Sie ersetzt weder die für die Heilung notwendige Ruhepause noch die Rehabilitationsmaßnahmen bei einem spezialisierten Physiotherapeuten noch den behutsamen Wiedereinstieg in den Sport. Sie ist im richtigen Kontext eine nützliche und wirksame mechanische Stütze, sollte jedoch mit Bedacht eingesetzt werden.
Zwei Techniken zum Binden von Fingerriemen nach Julien Rémillieux
Julien Rémillieux, ein auf Klettern spezialisierter Physiotherapeut, hat zwei Taping-Techniken vorgestellt, die sich besonders gut für eine Sehnenscheibenverletzung eignen. Schau dir gerne unser vollständiges Video an, um die Vorgehensweise im Detail zu sehen. Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Punkte jeder Technik für dich zusammen.
Die Front Cross
Der „Front Cross“ ist eine Technik beim Finger-Strap, bei der das Band an der Vorderseite des Fingers gekreuzt wird, um die Seilrolle zu stützen.
Technische Daten:
- Empfohlene Bandbreite: 13 mm
- Anspannung: gering
- Fingerhaltung: gebeugt
Es handelt sich um eine leicht anzuwendende Technik, die häufig als Erstmaßnahme oder bei leichten Empfindlichkeiten zum Einsatz kommt. Durch die leichte Spannung und die schmale Breite des Bandes bleibt die Beweglichkeit des Fingers erhalten, während gleichzeitig eine gezielte Stützung gewährleistet wird.
Das H
Das „H“ ist eine Technik, die den Kopf stärker umschließt und deren Form von vorne betrachtet an den Buchstaben H erinnert.
Technische Daten:
- Empfohlene Bandbreite: 38 mm
- Spannung: mittel
- Fingerhaltung: gebeugt
Die größere Breite des Bandes und die etwas höhere Spannung sorgen für eine stärkere Stützung. Diese Technik ist besonders dann zu bevorzugen, wenn eine stärkere Stützung erforderlich ist, insbesondere bei der Wiederaufnahme des Trainings nach einer schwereren Verletzung.
Bei diesen beiden Techniken geht es nicht darum, den Finger zusammenzudrücken, sondern ihn zu stützen. Wenn du nach dem Anlegen Durchblutungsstörungen oder ein Taubheitsgefühl verspürst, ziehe den Gurt sofort ab.
Die richtige Ausrüstung
Um diese Techniken anzuwenden, benötigst du ein geeignetes Band. Bei YY Vertical haben wir zwei Modelle, die du für die Techniken von Julien Rémillieux verwenden kannst: das VerticalTape Classic (25 mm), ideal für feine Techniken wie das Front Cross, und das VerticalTape Draw (38 mm), perfekt für Techniken, die den Bereich stärker umschließen, wie zum Beispiel das H.
Beide sind direkt auf unserer Websiteyyvertical.com erhältlich.
Tipp: Du kannst das Band der Länge nach aufreißen, wenn es zu breit ist.

Fazit
Eine Seilzugverletzung beim Klettern ist zwar schwerwiegend, aber kein unabwendbares Schicksal. Zu verstehen, wie diese Strukturen funktionieren, im Training die richtigen Reflexe zu entwickeln und zu wissen, wann man den Fingerriemen richtig einsetzt, sind wertvolle Vorteile, um noch lange klettern zu können.
Das Tapen ist kein Wundermittel. Es ist nur eines von vielen Hilfsmitteln, das mit Ruhe, einem wohlüberlegten Trainingsaufbau und gegebenenfalls der Betreuung durch einen Gesundheitsexperten kombiniert werden sollte. Wenn du auch nur den geringsten Zweifel wegen anhaltender Schmerzen hast, lass dich untersuchen, bevor du wieder an die Kletterwand gehst.
Und wenn du deine körperliche Vorbereitung noch weiter vertiefen und das Verletzungsrisiko minimieren möchtest, wirf doch einen Blick auf unsere Ressourcen zum Thema Aufwärmen und Training für Kletterer.